Franklin Carneiro da Silva
Asset 1Letzte Aktualisierung: September 23, 2026

Trade Republic ist bei vielen Anlegern in Deutschland das erste Depot. Wer Optionen handeln möchte, stößt aber schnell an Grenzen: Klassische börsengehandelte Optionen bietet Trade Republic 2026 nicht an. Stattdessen gibt es Optionsscheine, Knock-outs und Faktor-Zertifikate. In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede und zeigen, bei welchen Brokern Sie echte Optionen handeln können.

Kann ich bei Trade Republic Optionen handeln?

Nein. Trade Republic bietet keinen Zugang zu Terminbörsen wie der Eurex oder der CBOE, an denen Optionen gehandelt werden. In der App finden Sie aber Derivate, die von Banken ausgegeben werden, sogenannte verbriefte Derivate:

Optionsscheine: Sie funktionieren ähnlich wie Optionen und geben das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Der Wert hängt unter anderem von der Volatilität und der Restlaufzeit ab.

Knock-outs: Hebelprodukte mit einer Knock-out-Schwelle. Erreicht der Basiswert diese Schwelle, verfällt das Produkt sofort, meist nahezu wertlos. Der Hebel bleibt bis dahin relativ konstant.

Faktor-Zertifikate: Sie bilden die tägliche Wertentwicklung eines Basiswerts mit einem festen Hebel ab, zum Beispiel dreifach. Bei schwankenden Märkten können über mehrere Tage deutliche Verluste entstehen, auch wenn der Basiswert am Ende unverändert ist.

Die Derivate stammen von Partnerbanken wie Citi, HSBC, Société Générale und UBS. Jede Order kostet wie bei Aktien 1€.

Derivate mit Hebelwirkung sind komplexe Produkte mit hohem Verlustrisiko. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.

Optionen und Optionsscheine: die wichtigsten Unterschiede

Optionen Optionsscheine
Ausgabe Standardisierte Kontrakte einer Terminbörse Wertpapiere einer Bank (Emittent)
Handel An Terminbörsen wie Eurex oder CBOE Meist direkt mit dem Emittenten oder an Zertifikatebörsen
Stillhalter Sie können Optionen auch verkaufen (schreiben) Nur Kauf möglich
Emittentenrisiko Nein, über die Clearingstelle abgesichert Ja, bei Pleite des Emittenten droht Verlust
Preis Angebot und Nachfrage an der Börse Vom Emittenten gestellt

Der wichtigste Unterschied für viele Trader: Mit echten Optionen können Sie Strategien wie Covered Calls oder das Verkaufen von Puts umsetzen, bei denen Sie als Stillhalter eine Prämie einnehmen. Mit Optionsscheinen ist das nicht möglich.

Die besten Alternativen für den Optionshandel

Broker US-Optionen Märkte Aufsicht
Interactive Brokers Ab 0,65 US-Dollar pro Kontrakt (mindestens 1 US-Dollar pro Order) USA, Europa, Asien Zentralbank Irland
DEGIRO 1 US-Dollar pro Kontrakt (Europa: 0,75€) USA, Europa BaFin
tastytrade 1 US-Dollar zum Eröffnen, 0 US-Dollar zum Schließen USA SEC, FINRA

Stand: September 2026. Weitere Gebühren wie Börsen- oder Anschlussgebühren können anfallen.

Interactive Brokers: Die umfassendste Wahl mit Optionen an Börsen in den USA, Europa (darunter die Eurex) und Asien über ein einziges Konto. Die Plattform Trader Workstation bietet professionelle Werkzeuge wie OptionTrader und Strategy Builder. Kunden in Deutschland werden von Interactive Brokers Ireland Limited betreut.

DEGIRO: Die flatexDEGIRO Bank AG wird von der BaFin und der Bundesbank beaufsichtigt. Sie handeln Optionen an der Eurex, an Euronext-Börsen und in den USA. Die Plattform eignet sich vor allem für einfache Strategien.

tastytrade: US-Broker, der sich auf Optionen spezialisiert hat, mit sehr anschaulicher Darstellung von Risiken. Ihr Konto liegt in den USA und wird nicht von der BaFin beaufsichtigt.

CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit einem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 61% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit Interactive Brokers. Optionen sind komplexe Instrumente, bei denen Sie Ihr eingesetztes Kapital oder, als Stillhalter, auch mehr verlieren können.

Einen ausführlichen Vergleich finden Sie in unserem Artikel zu den besten Optionsbrokern in Deutschland.

Wie werden Optionen und Optionsscheine besteuert?

Gewinne aus Optionen und Optionsscheinen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Seit dem Jahressteuergesetz 2024 können Verluste aus Termingeschäften wieder vollständig mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden, die frühere Grenze von 20.000€ pro Jahr ist entfallen. Trade Republic führt die Steuer automatisch ab, bei ausländischen Brokern müssen Sie Ihre Gewinne und Verluste selbst in der Anlage KAP angeben.

Häufige Fragen

Wird Trade Republic in Zukunft Optionen anbieten?
Trade Republic hat bisher keinen Handel mit börsengehandelten Optionen angekündigt.

Sind Optionsscheine bei Trade Republic günstig?
Die Ordergebühr beträgt 1€. Entscheidend sind aber auch die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs und die im Preis enthaltene Volatilität, die der Emittent festlegt.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar. Derivate sind komplexe Produkte mit hohem Verlustrisiko.

Franklin Carneiro da Silva
Co-founder and Fintech Analyst

Franklin has three years of experience in Wealth Management as a Fund Research Analyst, has passed the CFA level II, and is the host of the "Edge Over Hedge" YouTube channel.

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