Benedikt Steiner
Asset 1Letzte Aktualisierung: September 23, 2026

Amazon ist der größte Onlinehändler der Welt und mit Amazon Web Services (AWS) auch der größte Anbieter von Cloud-Diensten. Die Aktie gehört zu den wertvollsten der Welt und ist bei deutschen Anlegern sehr beliebt. In diesem Artikel erklären wir, wie Sie die Amazon-Aktie in Deutschland kaufen, welche Broker sich eignen und was Sie über das Unternehmen wissen sollten.

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Amazon-Aktie kaufen in 4 Schritten

1. Broker wählen: Sie brauchen ein Depot bei einem Broker mit Zugang zu US-Aktien oder zu deutschen Handelsplätzen. Vergleichen Sie Ordergebühren und Wechselkurskosten (siehe Tabelle unten).

2. Konto eröffnen: Die Kontoeröffnung läuft online. Sie geben Ihre persönlichen Daten an, bestätigen Ihre Identität und beantworten einige Fragen zu Ihrer Erfahrung, wie es die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II vorschreibt.

3. Geld einzahlen: Zahlen Sie per Überweisung oder Karte auf Ihr Konto ein.

4. Aktie suchen und kaufen: Suchen Sie nach „Amazon“, dem Kürzel AMZN oder der ISIN US0231351067, wählen Sie den Börsenplatz, geben Sie Stückzahl oder Betrag ein und bestätigen Sie die Order. Mit einer Limit-Order legen Sie den Höchstpreis fest, zu dem Sie kaufen möchten.

Euro oder US-Dollar?

Die Amazon-Aktie wird hauptsächlich an der Nasdaq in US-Dollar gehandelt. In Deutschland können Sie sie aber auch in Euro kaufen, zum Beispiel über Xetra oder Tradegate (Kürzel AMZ, WKN 906866). Beim Kauf in Euro fällt keine Wechselkursgebühr an. An der Nasdaq ist dafür der Handel am liquidesten, vor allem nach 15:30 Uhr deutscher Zeit, wenn die US-Börsen geöffnet sind.

Die besten Broker für die Amazon-Aktie

Broker US-Aktien Währungsumrechnung
Interactive Brokers 0,005 US-Dollar pro Aktie (mindestens 1 US-Dollar) 0,002% (mindestens 2 US-Dollar)
Trading 212 Keine Kommission¹ 0,15%
XTB 0% bis 100.000€ Volumen pro Monat 0,5%
eToro 1 US-Dollar pro Order 0,75%
DEGIRO 2€ (inklusive 1€ Abwicklungsgebühr) 0,25%

Stand: September 2026. ¹ Andere Gebühren können anfallen. Siehe Bedingungen und Gebühren.

Interactive Brokers: Am günstigsten bei größeren Beträgen und mit sehr niedrigen Wechselkursgebühren. Kunden in Deutschland werden von Interactive Brokers Ireland Limited betreut (Zentralbank Irland). Die Plattform ist umfangreich, für Einsteiger gibt es die einfachere App IBKR GlobalTrader.

Trading 212: Keine Kommission auf Aktien (andere Gebühren können anfallen) und Kauf von Bruchteilen möglich, sodass Sie auch mit kleinen Beträgen in Amazon investieren können. Bei der Umrechnung in US-Dollar fällt eine Gebühr von 0,15% an.

XTB: Keine Kommission bis 100.000€ Monatsvolumen, darüber 0,2%. Die Umrechnungsgebühr von 0,5% macht XTB beim Kauf in US-Dollar aber teurer als Trading 212 oder Interactive Brokers. XTB wird von der polnischen Aufsicht KNF reguliert und ist in Deutschland über eine Zweigniederlassung tätig.

eToro: Einfache App mit Social Trading. Bei Konten in Euro fällt beim Kauf von US-Aktien eine Umrechnungsgebühr von 0,75% an.

DEGIRO: Günstig für Anleger, die auch europäische Aktien und ETF handeln, mit Aufsicht durch die BaFin.

Beim Investieren ist Ihr Kapital einem Risiko ausgesetzt, und Sie erhalten möglicherweise weniger zurück, als Sie investiert haben. Frühere Wertentwicklungen garantieren keine zukünftigen Ergebnisse. Bei Trading 212 fällt bei der Umrechnung von Guthaben eine Devisengebühr von 0,15% an. Andere Gebühren können anfallen. eToro ist eine Multi-Asset-Investmentplattform. 51% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld, wenn sie mit eToro CFDs handeln. 74% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld, wenn sie mit XTB CFDs handeln. CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit einem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren.

Was ist Amazon?

Amazon wurde 1994 von Jeff Bezos in Seattle als Online-Buchhändler gegründet. Heute ist das Unternehmen in drei Segmenten tätig: dem Onlinehandel in Nordamerika, dem internationalen Onlinehandel und AWS, dem Cloud-Geschäft. Hinzu kommen Werbung, das Prime-Abo mit Prime Video und eigene Hardware wie Echo und Kindle. CEO ist seit 2021 Andy Jassy.

Im Jahr 2025 erzielte Amazon einen Umsatz von 716,9 Milliarden US-Dollar, 12% mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 426,3 Milliarden auf Nordamerika, 161,9 Milliarden auf das internationale Geschäft und 128,7 Milliarden auf AWS (plus 20%). Der Nettogewinn stieg auf 77,7 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Amazon, Geschäftsbericht 2025 (Form 10-K).

AWS macht nur rund ein Sechstel des Umsatzes aus, erwirtschaftet aber den größten Teil des Gewinns: Das operative Ergebnis von AWS lag 2025 bei 45,6 Milliarden US-Dollar. Für 2026 plant Amazon Investitionen von rund 200 Milliarden US-Dollar, vor allem in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, eigene Chips und Satelliten-Internet. Deshalb sank der freie Cashflow 2025 auf 11,2 Milliarden US-Dollar.

Geschichte der Amazon-Aktie

Amazon ging im Mai 1997 zu einem Preis von 18 US-Dollar pro Aktie an die Nasdaq. Seitdem gab es vier Aktiensplits, zuletzt 2022 im Verhältnis 20 zu 1. Bereinigt um alle Splits entspricht der Ausgabepreis damit weniger als 10 US-Cent.

In der Dotcom-Krise verlor die Aktie zwischen 1999 und 2001 über 90% ihres Werts, in der Pandemie stieg sie stark an, und 2022 fiel sie um rund die Hälfte, bevor sie sich wieder erholte. Auch bei einem so großen Unternehmen sind starke Schwankungen also möglich.

Worauf sollten Sie bei einer Investition in Amazon achten?

AWS und Künstliche Intelligenz: Das Cloud-Geschäft ist der wichtigste Gewinntreiber. Wie gut Amazon im Wettbewerb mit Microsoft Azure und Google Cloud um KI-Kunden besteht, hat großen Einfluss auf die Aktie.

Hohe Investitionen: Die Ausgaben für KI-Rechenzentren drücken den freien Cashflow. Ob sie sich auszahlen, zeigt sich erst in den kommenden Jahren.

Konsum und Wettbewerb: Der Onlinehandel hängt von der Konsumlaune ab und steht unter Druck durch Anbieter wie Temu und Shein.

Regulierung: In den USA hat die Wettbewerbsbehörde FTC eine Kartellklage gegen Amazon eingereicht, und in der EU unterliegt Amazon den strengeren Regeln des Digital Markets Act (DMA) für große Plattformen.

Streuung: Eine einzelne Aktie ist riskanter als ein breit gestreuter ETF. Amazon ist zum Beispiel auch im S&P 500 und im MSCI World enthalten.

Häufige Fragen

Wo kann ich Amazon-Aktien in Deutschland kaufen?
Bei jedem Online-Broker mit Zugang zu US-Aktien oder zu deutschen Handelsplätzen wie Xetra und Tradegate.

Kann ich Bruchteile der Amazon-Aktie kaufen?
Ja, bei Brokern wie Trading 212, eToro oder Interactive Brokers können Sie auch Bruchteile kaufen und so mit kleinen Beträgen investieren.

Zahlt Amazon eine Dividende?
Nein. Amazon hat bisher keine Dividende gezahlt und investiert seine Gewinne in das Wachstum.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Beim Investieren ist Ihr Kapital einem Risiko ausgesetzt.

Benedikt Steiner
Mitwirkender

Benedikt ist ein freiberuflicher Finanztexter aus Österreich mit über 10 Jahren Erfahrung. Seine Expertise umfasst die Erstellung von Inhalten für den Finanz- und Wirtschaftssektor.

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