Ein ECN-Broker (Electronic Communication Network) leitet Ihre Orders direkt in ein elektronisches Netzwerk weiter, in dem Banken, Liquiditätsanbieter und andere Händler ihre Kurse stellen. Sie handeln zu den besten verfügbaren Geld- und Briefkursen und zahlen dafür meist eine feste Kommission statt eines Aufschlags auf den Spread. In diesem Artikel erklären wir, wie ECN-Broker funktionieren, wie sie sich von anderen Brokermodellen unterscheiden und welche Anbieter in Deutschland 2026 infrage kommen.
Was ist ein ECN-Broker?
Beim Devisen- und CFD-Handel gibt es drei grundlegende Brokermodelle:
Market Maker: Der Broker stellt die Kurse selbst und ist bei Ihren Trades oft die Gegenpartei. Das ist erlaubt und reguliert, kann aber einen Interessenkonflikt schaffen, weil der Broker an Ihren Verlusten verdienen kann.
STP (Straight Through Processing): Der Broker leitet Ihre Orders an einen oder mehrere Liquiditätsanbieter weiter und verdient meist über einen Aufschlag auf den Spread.
ECN: Ihre Order trifft in einem Netzwerk auf die Kurse vieler Marktteilnehmer. Die Spreads sind sehr eng und schwanken mit dem Markt, und der Broker verdient an einer festen Kommission pro Trade.
In der Praxis bezeichnen viele Forex-Broker ihre Konten mit „Raw Spread“ oder „ECN-Preisgestaltung“ als ECN-Konten, auch wenn die Ausführung technisch über STP-Liquiditätsanbieter läuft. Entscheidend für Sie sind die tatsächlichen Kosten (Spread plus Kommission), die Ausführungsqualität und die Regulierung.
Die besten ECN-Broker in Deutschland
| Broker | Modell | Kosten Forex | Aufsicht |
|---|---|---|---|
| Interactive Brokers | Agenturbroker mit Zugang zu Interbanken-Kursen | 0,08 bis 0,20 Basispunkte des Handelswerts (mindestens 2 US-Dollar pro Order) | Zentralbank Irland |
| IC Markets | Raw-Spread-Konto | 3,50 US-Dollar pro Lot und Seite (MetaTrader), 3 US-Dollar pro 100.000 (cTrader) | CySEC |
Stand: September 2026. Spreads, Finanzierungskosten und Börsengebühren kommen hinzu.
Interactive Brokers: echter Zugang zum Interbankenmarkt

Interactive Brokers ist kein Market Maker, sondern ein Agenturbroker: Er leitet Ihre Orders an Börsen und Liquiditätsanbieter weiter und verdient an Kommissionen. Beim Devisenhandel erhalten Sie Kurse von zahlreichen großen Devisenbanken und zahlen eine Kommission von 0,08 bis 0,20 Basispunkten des Handelswerts, je nach Monatsvolumen, mindestens 2 US-Dollar pro Order. Das macht IBKR zum Broker, der dem ECN-Prinzip am nächsten kommt.
Kunden in Deutschland werden von Interactive Brokers Ireland Limited betreut, die von der irischen Zentralbank reguliert wird. Neben Devisen handeln Sie auf demselben Konto Aktien, ETF, Optionen, Futures und Anleihen an über 170 Märkten. Die Plattform Trader Workstation ist sehr leistungsfähig, erfordert aber Einarbeitung. MetaTrader wird nicht unterstützt.
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 61% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
IC Markets: Raw-Spread-Konto mit MetaTrader und cTrader
IC Markets ist einer der bekanntesten Forex-Broker mit ECN-Preisgestaltung. Kunden in der EU werden von IC Markets (EU) Ltd betreut, die von der zypriotischen Aufsicht CySEC reguliert wird (Lizenz 362/18). Beim Raw-Spread-Konto erhalten Sie die Spreads der Liquiditätsanbieter ohne Aufschlag und zahlen eine Kommission von 3,50 US-Dollar pro Lot und Seite auf MetaTrader 4 und 5 oder 3 US-Dollar pro 100.000 gehandelter Einheiten auf cTrader. Alternativ gibt es ein Standard-Konto ohne Kommission, bei dem die Kosten im Spread stecken.
Für Trader, die mit MetaTrader oder cTrader arbeiten, Expert Advisors nutzen oder sehr enge Spreads bei den wichtigsten Währungspaaren suchen, ist IC Markets eine naheliegende Wahl. Echte Aktien oder ETF bietet IC Markets in der EU nicht an, nur CFDs.
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 72,52% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
Worauf sollten Sie bei einem ECN-Broker achten?
Gesamtkosten: Vergleichen Sie Spread und Kommission zusammen. Ein Raw-Spread-Konto mit 0,1 Pips Spread und 7 US-Dollar Kommission pro Lot (hin und zurück) kostet effektiv rund 0,8 Pips bei EUR/USD.
Regulierung: Wählen Sie nur Broker mit Regulierung in der EU. Offshore-Gesellschaften derselben Marke bieten höhere Hebel, aber weniger Schutz.
Plattform: MetaTrader und cTrader eignen sich für automatisierte Strategien, Interactive Brokers bietet die breiteste Produktpalette.
Ausführung bei Nachrichten: Bei wichtigen Wirtschaftsdaten werden Spreads auch bei ECN-Brokern kurzfristig deutlich breiter, und es kann zu Slippage kommen, also zur Ausführung zu einem schlechteren Kurs als erwartet.
Häufige Fragen
Sind ECN-Broker für News-Trading geeignet?
ECN-Konten bieten enge Spreads und schnelle Ausführung, was beim Handel auf Wirtschaftsnachrichten hilft. Gerade bei Nachrichten schwanken die Kurse aber stark, Spreads weiten sich aus und Stop-Loss-Orders können mit Slippage ausgeführt werden. News-Trading ist daher nur für erfahrene Trader geeignet.
Sind DEGIRO, Saxo oder Freedom24 ECN-Broker?
Nein. DEGIRO und Freedom24 sind Broker für Wertpapiere wie Aktien und ETF und bieten keinen Devisenhandel über ein ECN. Saxo bietet Devisenhandel, stellt die Kurse aber selbst.
Ist ein ECN-Broker günstiger als ein Market Maker?
Für aktive Trader mit großem Volumen meist ja, weil die Kommission pro Lot günstiger ist als ein breiterer Spread. Wer selten handelt, zahlt bei einem Standard-Konto ohne Kommission oft ähnlich viel.
Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Devisen- und CFD-Handel ist mit hohen Risiken verbunden.